Bautagebuch: Genehmigt! (6)

 

Bautagebuch Architektur-Kolumne Baugenehmigung Rathaus Rosenheim
Nicht nur Drehort einer bekannten Vorabend-Serie: hier werden vor allem wichtige Entscheidungen, wie die einer Baugenehmigung, gefällt.

Wann kommt die Baugenehmigung?

So weit, so gut. Die Handwerker-Crew steht, die Küchenplanung ist abgeschlossen, auch mit potenziellen Badausstattern haben wir uns schon mal für die grobe Planung getroffen. Aber wann kommt denn die Baugenehmigung? Nicht, dass beim Warten Langeweile aufkäme, aber so langsam wären wir doch froh, das offizielle Go in der Tasche zu haben. Unglücklicherweise machen auch Beamte einmal Urlaub, sodass wir mit unserem Genehmigungsverfahren in eine etwas ungünstige Zeit gerutscht sind. Die Prognosen standen aber gut, wie ich nach (zugegeben vielfachem) Nachfragen in Erfahrung bringen konnte, sodass wir täglich mit der eintreffenden Genehmigung rechneten.

In der Zwischenzeit hatten sich auch neue Nachbarn für das Nordgrundstück gefunden. Die Stromleitung des Nachbarn im Osten wurde abgetrennt und umgeleitet, sodass nun endlich auch der Abriss weitergeführt werden konnte.

Bautagebuch Architektur-Kolumne Baugenehmigung Bürokratie
Der Gang zum Amt: beim Projekt "Hausbau" wird er zur Routine.

Hallo Baugenehmigung!

Und endlich war es dann so weit. Die Baugenehmigung war da! Beziehungsweise durfte ich sie gleich mitnehmen, als ich wieder einmal an die Bürotür klopfte … In unserem Übereifer hatten wir gleich mal alle Formulare ausgefüllt und abgeschickt, die der Genehmigung beilagen. Woraufhin uns in einem freundlichen Brief von der Stadt augenzwinkernd gratuliert wurde, dass es uns tatsächlich gelingen sollte, am selben Tag mit dem Bau zu beginnen und am Abend gleich einzuziehen – so viel zum Thema „Baubeginns- bzw. Nutzungsbeginns-Anzeige“. Wir erhielten ein neues Formular für den späteren Zeitpunkt des Nutzungsbeginns, also dann einzureichen, wenn man wirklich einzieht. 😉

Bautagebuch Architektur-Kolumne Baugenehmigung Hausbau Expertenwissen
Wer baut, hat mit vielen verschiedenen Materialien zu tun – vor allem mit Papier.

„Was uns vorher niemand gesagt hat …“

Die so genannte Nachbarbeteiligung: Hierfür erhält man eine Liste vom staatlichen Vermessungsamt, welche die Namen aller Eigentümer der angrenzenden Grundstücke enthält. Diesen Nachbarn legt man vor Einreichung die Pläne zur Durchsicht und Unterschrift vor. Mit der Unterschrift „stimmt der Nachbar dem Bauvorhaben zu und verzichtet auf sein Klagerecht gegen die Baugenehmigung“, so das Prozedere.

Ob dem Nachbarn allerdings der Entwurf gefällt oder nicht, ist für die Genehmigung erstmal nicht weiter relevant. Im Detail: Wenn ein Nachbar den Plan mit „das Haus ist uns zu groß“ kommentiert und die Unterschrift verweigert, reicht es aus, den Plan mit einem kurzen Begleitschreiben so einzureichen. Dass man seiner Pflicht nachgekommen ist, den Nachbarn zu informieren, geht ja aus dem Kommentar durchaus hervor – einen Einfluss auf die Genehmigung hat das aber (zu unserem Glück) nicht.