Ein Minergiehaus

von Bob Gysin + Partner BGP.

Bob Gysin Partner ein Minergiehaus Aussenansicht Massivhaus
Ein Einfamilienhaus mit Atelier und Büroräumen über fünf Etagen

Bob Gysin Partner ein Minergiehaus Eco Energiesparhaus
DIE BAUKÖRPER­G­LIE­DE­RUNG BE­ZIEHT SICH AUF DIE NACH­BAR­BE­BAU­UNG, AN­STATT DAS BAU­RECHT

Der Neubau reagiert

Das Volumen des Einfamilienhauses am Hottingerplatz in Zürich bezieht sich auf vorhandene Baulinien, im Dachgeschoss folgt es der Flucht des Nachbarhauses. Anstatt die baurechtlich zulässige Gebäudehöhe auszuschöpfen, wird auch dessen Traufhöhe übernommen. Damit reagiert der Neubau auf den öffentlichen Raum und die Platzanlage.

Bob Gysin Partner ein Minergiehaus Energiekonzept
Die Anordnung der Fenster, die Ausrichtung der Wohnräume und Verbindung der Volumen folgt den Maßgaben des Energiekonzepts
Bob Gysin Partner ein Minergiehaus hochwertige Materialien
Die Ebenen entwickeln sich entlang eines rot lasierten Sichtbetonkerns. Darum breitet sich ein frei unterteilbarer Raum aus

Tradition trifft moderne Technologie

Die zweischalige Betonfassade wirkt durch das Stocken der Oberfläche fast wie verputzt. Die Zuschlagmischung aus Bruchsteinen und Farbpigmenten gibt ihr einen warmen, erdigen Ton, der den umliegenden Gebäuden entspricht. Die Ausführung als selbstverdichtender Kalkbeton ohne Dilatationsfugen wurde zuvor durch aufwändige Prüfverfahren getestet. Damit treffen in der Hybridkonstruktion traditionelle Materialbehandlung und moderne Technologie zusammen.

Bob Gysin Partner ein Minergiehaus Sichtbeton
Der gestockte, fugenlose Beton wirkt wie ein warmgetönter Putz. Hinter dem großen fassadenbündigen Fenster liegt der zweigeschossige Wohnraum

Das Minergie-Eco-Bau-Konzept

Das Haus ist als Minergie-Eco-Bau konzipiert. Deshalb wurden Hülle, Wärmeerzeugung, Lüftung, Tageslichtnutzung und Wärmeverteilung als Gesamtsystem betrachtet. Solarkollektoren auf dem Dach zur Warmwasserbereitung, Erdsonden für die Heizung und eine mechanische Lüftung mit Wärmerückgewinnung ergänzen sich im Energiehaushalt; dazu gehören auch die Ausrichtung der Wohnräume, die Anordnung der Fenster und die zweigeschossigen Räume zur Tageslichtverteilung und Wärmezirkulation.

Bob Gysin Partner ein Minergiehaus Badezimmer
Alle Nassräume liegen im roten Kern neben Aufzug und Treppe. Auch hier drinnen darf Farbe leuchten

Fließende Räume im offenen Raumkonzept

Das einfache statische Grundgerüst spannt einen großen, frei unterteilbaren Raum auf, den die Bewohner entsprechend interpretieren können. Die Qualität der Grundrissgeometrie mit fließend ineinandergreifenden Räumen, die sich um einen rot lasierten Sichtbetonkern legen, zeigt sich durch wenige einheitliche und hochwertige Materialien. Die Holzfenster mit ihren tiefen Laibungen wirken wie Bilderrahmen auf der Wand, außen werden sie von glatten Passepartouts in der rauen Betonfassade betont. Großzügige, bündige Verglasungen weisen auf die Büro-/Ateliernutzung hin. Die technisch notwendige Infrastruktur ist durchweg unsichtbar gelöst.

Bob Gysin Partner ein Minergiehaus Kueche
Außen sind die Fenster bronziert, innen bleibt das Holz sichtbar. Bis auf den großen Balkon am Essplatz öffnet sich das Stadthaus zurückhaltend nach außen

 

Pläne und Grundrisse Minergiehaus:

Architekt: Bob Gysin + Partner BGP

 Anstatt die baurechtlich mögliche Gebäudehöhe voll auszuschöpfen, wird ein Bezug zur bestehenden Traufkante des Nachbargebäudes hergestellt.

Gebäudedaten:

  • Standort: Zürich
  • Grundstücksgröße: 213 m2
  • Wohnfläche: 350 m2
  • Zusätzliche Nutzfläche: 45 m2
  • Anzahl der Bewohner: 4
  • Bauweise: massiv (2-schalige Betonkonstruktion)
  • Heizwärmebedarf: 53,3 kWh/m2a
  • Primärenergiebedarf: 117,3 kWh/m2a
  • Fertigstellung: 2010

Fotos:

Roger Frei, Zürich

Dieses Haus ist erschienen in: “Häuser des Jahres 2011”, Callwey Verlag.