Häuser des Jahres 2019 – Jurysitzung

von Katharina Matzig

Dass in der Nacht vor der Jurysitzung der „Häuser des Jahres 2019“ in Los Angeles die Oscars verliehen wurden, ist natürlich Zufall. Der späte Start um 11 Uhr war daher nicht der durchwachten Nacht vor dem Fernseher geschuldet, sondern der Anreise der nicht aus München stammenden Jurymitglieder, die aus Frankfurt, Tübingen, Berlin und Zürich eingeladen waren. Dass allerdings vier Oscars an den Film „Bohemian Rhapsody“ gingen, geschah sicher nicht zufällig. Ein paar Zitate aus legendären Queen-Songs seien uns daher aus gegebenem Anlass verziehen – denn geht es bei der Suche nach den Häusern des Jahres 2019 nicht genau darum: We are the champions?

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Doch so weit war es um kurz nach elf im Untergeschoss des Callweyschen Verlagshauses in München-Berg am Laim natürlich noch lange nicht. 100 aus 152 Einreichungen von einer Vorprüfung ausgewählte Projekte – erstmals digital eingereicht, aber der besseren Handhabung wegen analog ausgedruckt –, hatte die Redaktionsleiterin Architektur und Bauen, Verena Jaumann, im Konferenzraum vorbereitet. Alle mit dem Ziel: We will, we will rock you!

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Doch erst einmal machte sich die Jury miteinander vertraut: Peter Cachola Schmal, Direktor des Deutschen Architekturmuseums, übernahm als Miterfinder des Wettbewerbs, als Gastgeber der Preisverleihung und Ausstellung und natürlich aus bewährter Tradition auch in diesem Jahr, dem neunten, den Juryvorsitz. Er freute sich über die ebenfalls neunte Juryteilnahme von Ulrich Nolting, Geschäftsführer des InformationsZentrums Beton, über die erstmalige Jurymitgliedschaft von Professor Alexander Gutzmer, Chefredakteur des Baumeisters und über das Wiedersehen mit dem letztjährigen Preisträger Thomas Kröger. Er war – wie alle – neugierig auf die Expertise des Schweizer Kollegen Roland Merz, Chefredakteur von Atrium, tauschte sich noch kurz über ein Krankenhausprojekt in Äthiopien aus mit Nicola Borgmann, der Leiterin der Architekturgalerie München, die erst vor ein paar Tagen aus Addis Abeba zurück kam und diskutierte mit Bestsellerautor Jan Weiler darüber, ob ein Kriterium der Auswahl auch die Frage sei, ob man sich selbst ein Leben in einer der Bewerbungen vorstellen könne – durchaus! Bis er dann mit mir, die heuer zum dritten Mal mitjuriert und von nun an die 50 Hausbeschreibungen für das Buch verfassen wird, den „Startschuss“ für die erste Runde gab.

Is this the real life? Is this just fantasy? So ganz eindeutig ließ sich das nicht immer sagen bei den mitunter sagenhaften Bauten auf märchenhaften Grundstücken – 5000 Quadratmeter mit Blick auf den Zürichsee – das konnte der Schweizer Roland Merz kaum fassen! Ist Wellness das neue Wohnen? Muss man einem Haus ansehen, wer darin lebt? Oder wird die Geschichte, die ein Gebäude erzählt, überschätzt? Und warum empfiehlt Thomas Kröger zögerlichen Bauherren „Die Nase“ von Gogol?

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Ansonsten hieß es: Open your eyes. So lange und so intensiv, bis 50 Häuser ausgewählt waren und die Jury sich stärken durfte für die nächste Aufgabe: die Entscheidung über den ersten Preis, die Auszeichnungen, die Anerkennungen.

Allerdings nicht, ohne vorher das obligatorische Foto im Treppenhausschacht des Verlags zu machen,

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traditionell geschart um das bunte Hemd von Peter Cachola Schmal, und selbstverständlich nicht ohne Raute und vive versa…

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Carry on, carry on as if nothing really matters. Satt und durchgelüftet wurde dann diskutiert, debattiert und abgestimmt. Bis Verlegerin Dr. Marcella Prior-Callwey am späten Nachmittag den Sektkorken knallen ließ: I thank you all, but it’s been no bed of roses…

Herzlichen Dank allen Architekten für die großartigen Einsendungen. Herzlichen Dank, liebe Jury, für die leidenschaftliche und durchaus kontroverse Auseinandersetzung über die besten Einfamilienhäuser 2019!

Goodbye, everybody, I’ve got to go, gotta leave you all behind and face the truth. Und zwar exakt bis zu unserer Oscarnacht: dem 25. September 2019!

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Dann nämlich sind Sie herzlich eingeladen, die „Häuser des Jahres 2019”, darunter den Preisträger, die Auszeichnung sowie die Anerkennungen kennenzulernen und zu feiern, im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt und im Buchhandel!

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