Haus für Gudrun

von Innauer-Matt Architekten ZT GmbH

 

Innauer Matt Architekten Haus für eine Person Low-Budget-Haus schwarz lasiertes Holzhaus
Auch wenn es nicht größer als ein "Zwei-Zimmer-Appartement" ist – das Haus bietet seiner Bauherrin alles, was sie sich wünschte.

Ein Haus für eine Person

Manchmal gibt es keine Alternative zum eigenen Haus: für die eigene Ruhe, die eigene Freiheit, die eigene Natur, die eigene Art. Selbst der enge Rahmen eines knappen Budgets konnte die Bauherrin von ihren Plänen nicht abbringen. Das erforderte höchste Konzentration auf das Nötigste und zu bald zwei Dritteln Eigenarbeit der Familie. So entstand dieses „Zwei-Zimmer-Appartement“ in vorgefertigter Holzbauweise, eingeschossig, ohne Keller auf eine betonierte Bodenplatte gestellt.

Innauer Matt Architekten Haus für eine Person Low-Budget-Haus vorgefertigte Holzbauweise
Unauffällig, bei Dämmerung nur wie ein Schatten, steht das mit schwarz lasierten Fichtenlatten verkleidete kleine Haus zwischen seinen Nachbarn.

Ein schwarz lasiertes Holzhaus

Das Innenleben des kleinen, schwarz lasierten Hauses bietet über die ganze Haustiefe einen Wohn- und Lebensraum, dazu zwei weitere kleine Zimmer, eines privater angeschlossen, das andere vom Flur aus erreichbar. Direkt hinter dem Eingang liegt ein Kern für Haustechnik und Nasszelle. Nach draußen schaut man durch vier große Öffnungen, an jeder Außenwand eine. Je nach Funktion, Richtung und Umgebung reichen sie bis auf den Boden oder sind mit einer Brüstung abgesetzt, flach in die Fassade geschnitten oder tief eingekerbt: im Osten der Zugang, im Norden die Schlafräume, im Westen der private Austritt mit Blick in das sich weitende Tal, im Süden der Essplatz und ein kurzer Flur, hier kommt man den Nachbarhäusern am nächsten.

Innauer Matt Architekten Haus für eine Person Low-Budget-Haus Innen Weißtanne ausgeschlagen
Innen trifft man auf das lichte Gegenbild, wenn man aus dem mit Weißtanne ausgeschlagenen Gebäude schaut. Hier der Blick über die Terrasse in das weite Tal.
 
Innauer Matt Architekten Haus für eine Person Low-Budget-Haus Innen Wandeinbauten
Konzentration auf das Nötigste: Auf der sparsamen Fläche darf nicht viel herumstehen. Drum sind Fächer, Schränke, Garderobe und sogar eine Sitznische in die Wände eingebaut.

Alles wichtige wurde in die Wände integriert

Die Raumökonomie führte dazu, dienende Bauteile in die Wände zu integrieren, also Küchenzeile, Einbauschrank und einen kleinen Schreibplatz. Ebenso aufgenommen werden die Garderobe und ein Sitzplatz in der Rückwand der Nasszelle. Diese Nische ist mit Betonschaltafeln dunkel abgesetzt, als sollte man sich hier besonders konzentrieren und zurückziehen können, sonst dominiert Weißtanne die Innenräume. Die freien Flächen gestatten kleine Möbel. Eingang, Flur und Funktionszellen besitzen die übliche Raumhöhe, Schlafzimmer und Wohnraum reichen bis unter das flach geneigte Dach, was eine verblüffende Großzügigkeit ergibt. Beheizt wird es über die Hackschnitzelheizung des Nachbarhauses; sie versorgt die Fußbodenheizung unter dem geschliffenen Zementestrich.

Innauer Matt Architekten Haus für eine Person Low-Budget-Haus Innen Appartment-Möblierung
Der bis unters Dach reichende Wohnraum wirkt mit seiner Appartement-Möblierung geräumig.
 
Innauer Matt Architekten Haus für eine Person Low-Budget-Haus Innen esstisch-hoher Kamin
Gegenüber der Sitznische steht ein esstisch-hoher Kaminofen.

Pläne und Grundriss:

Architekten: Innauer-Matt Architekten ZT GmbH

Die eigene Ruhe, die eigene Freiheit, die eigene Natur, die eigene Art. Das war der Bauherrin wichtig, dem stand woanders immer etwas im Weg und dem ist sie mit diesem Haus näher gekommen.

Gebäudedaten:

  • Standort: Mellau (A)
  • Grundstücksgröße: 300 m²
  • Wohnfläche: 90 m²
  • Anzahl der Bewohner: 1-2
  • Bauweise: Holzelementbau
  • Primärenergiebedarf: 35 kWh/m²a
  • Baukosten gesamt: 150.000 Euro (mit einem hohen Anteil an Eigenleistung)
  • Baukosten je m² Wohn-und Nutzfläche: 1.600 Euro
  • Fertigstellung: 2010

Fotos:

Björn Matt, Egg

Dieses Haus ist erschienen in: “Häuser des Jahres 2013”, Callwey Verlag.