Solitär am Hang

von marte. marte architekten

Marte Marte Architekten freistehende Villa Bregenz Vorderansicht
Das neue Haus orientiert sich als stattlicher, frei stehender Solitär an den älteren Bürgerhäusern der Nachbarschaft. Eine Außentreppe führt ins Erdgeschoss, eine Einfahrt in die Tiefgarage; vom Balkon erreicht man das obere Terrain.

Freistehende Villa mit Rundumblick

Am Fuß des Pfänderhangs in Bregenz, oberhalb der Herz-Jesu-Kirche, hat sich, vornehmlich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, eine gutbürgerliche Bebauung mit Wohnhäusern ausgebreitet. An deren punktförmige, villenartige Gebäude schließt dieses Haus formal an. Es zeigt sich jedoch bis zu der dem See zugewandten Westseite allseits mit identischen Fassaden.

Marte Marte Architekten freistehende Villa Bregenz Innenansicht Essbereich Panoramablick
Alle Wohnfunktionen verteilen sich in einem einzigen großen Raum, die Aussicht läuft wie ein Film die Fassade entlang.

Viel Platz für flexible Wohnmodelle

Auf das steile Gefälle des Grundstücks reagiert das viergeschossige Bauwerk, indem es rückwärtig mit zwei Stockwerken in den Hang schneidet, zur Seeseite ragt es mit drei freien Geschossen über das Terrain. Mit dem Fahrzeug erreicht man das Haus über die unter dem Straßenniveau liegende Einfahrt. Von hier kann man einen Lift zu den oberen Geschossen nehmen. Zu Fuß steigt man auf der Nordseite eine Außentreppe hoch und kommt auf der Eingangsebene an. Die könnte einmal zu einer Einliegerwohnung umgewidmet werden, um im Alter auch anderen Lebens- und Versorgungsmodellen zu folgen. Gegenwärtig sind hier Arbeitsplätze mit Seeblick und ein großzügiger Wellnessbereich mit Sauna eingerichtet.

Marte Marte Architekten freistehende Villa Bregenz Innenansicht Wohnebene Musikzimmer
Die größere Höhe und der Holzboden kommen der Akustik zugute.
Marte Marte Architekten freistehende Villa Bregenz Rückansicht
Die oberen zwei Geschosse sind rundum verglast; ein Steg verbindet den von einer Krempe behüteten Balkon mit dem Wiesengrundstück.

 

Wohnen mit 360°-Aussicht

Über einen zentralen Treppenturm neben dem Aufzug gelangt man zuerst ins Schlafgeschoss, das die Eltern samt Ankleide und Bad zur Straßenseite belegen, während Kinder und Gäste sich die übrigen Seiten teilen. Die Ebene darüber öffnet sich als Großraum für Kochen, Essen, Musizieren – Wohnen. Dieser überhöhte Raum ist rundum verglast und bietet eine atemberaubende 360°-Aussicht.

Marte Marte Architekten freistehende Villa Bregenz Innenansicht Wohnebene Daybed
Die wie eine Vitrine von allen Seiten aus- und einsehbare Wohnebene lässt sich bei Nacht mit umlaufenden Vorhängen verschließen.

See und Stadt liegen zu Füßen

Nur schlanke Stützen tragen die Dachlasten ab. Von einer auskragenden Krempe überdeckt säumt ein Balkonsteg die Fassaden, von hier findet eine Brücke Anschluss zum Gelände. Aus dieser beherrschenden Position erlebt man See- und Himmelsstimmung, die Stadt liegt zu Füßen, und der Berg ist zum Greifen nah. Die Auskragungen bedeuten ein Moment des Schutzes. Wenn die Transparenz zu viel wird, lassen sich die umlaufenden Vorhänge schließen und sorgen für absolute Privatheit.

Marte Marte Architekten freistehende Villa Bregenz Terrasse mit Blick auf Stadt und See
Zur Lage: die Stadt zu Füßen, den See in der Ferne, den Berg im Rücken – ein Villengrundstück.

 

Pläne und Grundrisse freistehende Villa

Architekten freistehende Villa:

marte. marte architekten

Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn man nichts mehr hinzufügen, sondern wenn man nichts mehr weglassen kann.

 

Gebäudedaten freistehende Villa:

  • Standort: Bregenz (AT)
  • Grundstücksgröße: 840,5 m2
  • Wohnfläche: 310 m2
  • Zusätzliche Nutzfläche: 150 m2
  • Anzahl der Bewohner: 3
  • Bauweise: massiv/Sichtbeton mit innenliegender Dämmung
  • Primärenergiebedarf: 43 kW/m2
  • Fertigstellung: 2010

Fotos freistehende Villa:

marte. marte architekten

Dieses Haus ist erschienen in: “Häuser des Jahres 2012”, Callwey Verlag.