Schwebender Wohnkubus
Ein Wohnkubus mit zwei Vollgeschossen sowie einem Garten- und Garagengeschoss, das trotz seiner soliden Betonbauweise über dem Stuttgarter Talkessel zu schweben scheint. Dies gelingt durch die plastische Modellierung der Fassaden über der zurückgesetzten Gartenebene und die raumhohen Verglasungen nach Süden und Westen.
Eloxiertes Aluminium als Sonnenschutz
Die Lebensräume der Familie verteilen sich über alle Ebenen, die ein Aufzug barrierefrei verbindet. Zusammen mit der Treppe und einem Vorratsraum gehört er im offenen Erdgeschoss zu einem Funktionskern, der Wohnen und Küche/Essen teilt. Nach draußen schließt eine Terrasse an. Im Geschoss darüber befinden sich Schlafraum, Ankleiden und Bad sowie ein offener Arbeitsraum; er ragt durch eine schmale Deckenaussparung hinter der Fassade wie eine Galerie über den Wohnraum. Bei dieser großzügigen Verglasung spielt der Sonnenschutz eine Rolle. Hier besteht er aus gelochten Metallsegmenten, der wie die Fensterprofile und das Garagentor aus eloxiertem, bronzefarbenem Aluminium das Licht warm auf die sandgestrahlte Sichtbetonfassade reflektiert.
Besondere Lichtstimmung
Nach oben gefaltet kontrastieren seine gelochten Metallprofile mit der stringenten Ordnung der Fassade, geschlossen erzeugt er bei starker Sonneneinstrahlung eine geheimnisvolle Lichtstimmung in den Räumen wie in einem Serail. Im in den Hang geschobenen Gartengeschoss wohnt der Sohn, hier liegen außerdem Fitnessraum und Gästezimmer mit direktem Zugang zum Garten und tiefer gelegenem Pool.
Außen und Innen: reduzierte Materialverwendung
Wie außen reduziert sich auch im Innenraum die Materialverwendung in diesem Massivhaus. Decken und einige Wände zeigen den Sichtbeton, die anderen sind glatt verputzt und weiß gestrichen. Der Funktionskern hebt sich in einem satten Braunton ab. Auf dem Boden liegt ein offenporiger Oberdorlaer Muschelkalk, im Obergeschoss sind es geräucherte Eichendielen.
Fünf Ebenen = Fünf Terrassen
Eine besondere Schwierigkeit war es, fünf terrassierte Ebenen in den steilen Hang zu bauen. Dazu stabilisieren tiefe Streifenfundamente und Stützmauern aus Sichtbeton das Gelände, außerdem sieht man wieder Muschelkalk, sodass sich Innen und Außen harmonisch verbinden. Die unterschiedlichen Terrassen schaffen atmosphärische Orte als Treffpunkt oder für den stillen Rückzug. Beheizt wird mit einer Wärmepumpe, die aus 160 Meter tief reichenden Sonden versorgt wird. Die energieeffiziente Massenaktivierung der Decken kehrt sich im Sommer um und kühlt das Haus. Eine Solaranlage auf dem Dach wärmt den Pool.
Pläne und Grundrisse Massivhaus:
Architekt: Blocher Blocher Partners
Schlicht, klar und doch voller Atmosphäre – natürliche Materialien und Sichtbeton gehen im neuen Haus in Stuttgarts Halbhöhenlage eine besondere Symbiose ein.
Gebäudedaten:
- Standort: Stuttgart
- Grundstücksgröße: 800 m2
- Wohnfläche: 325 m2
- Zusätzliche Nutzfläche: 505 m2
- Anzahl der Bewohner: 3
- Bauweise: massiv (Stahlbeton)
- Heizwärmebedarf: 13,16 kWh/m2a
- Primärenergiebedarf: 70 kWh/m2a
- Fertigstellung: 2010
Fotos:
Dieses Haus ist erschienen in: “Häuser des Jahres 2011”, Callwey Verlag.