Bautagebuch: Ein ganz neues Haus (13)

Eine aufregende Woche

Es ist viel passiert auf der Baustelle. Das Drängeln und Bitten hat sich offensichtlich gelohnt und auch das Wetter hat größtenteils mitgespielt. Für die vergangene Woche hatten sich neben den Innentüren nun auch die Fenster angekündigt. Spannende 5 Tage lagen also vor uns mit vier Gewerken, die parallel die Türzargen montieren, die Fenster einbauen, Heizung und Sanitär weiter voranbringen sowie die Elektrik verlegen sollten. Aber der Reihe nach …

Die Türen werden montiert

Ok – der Montag war so kalt, dass der Sanitär-Installateur schon mal nicht angetreten ist. Zumal das Haus ja noch keine Fenster hatte und es zuweilen etwas zugig sein konnte. Am Dienstag allerdings wurden – perfekt im Timing – die Innentür-Zargen montiert. Wenn sie jetzt noch in die dafür vorgesehenen Öffnungen gepasst hätten, wäre das großartig gewesen! Wir waren bei der abendlichen Besichtigung etwas baff – hatten wir tatsächlich Oberlichter geplant?! Natürlich nicht, die Lücken rings um und vor allem über den Zargen hatten uns allerdings etwas stutzig gemacht … Eine Klärung für Mittwoch früh stand also bevor.

türzargen
Die Zargen werden noch eingeputzt - aber was sind denn das für Lücken?
meterriss
Oder haben die den Meterriss nicht gesehen? Hier ist er doch!

Hurra, die Fenster kommen!

Wie angekündigt wurden am Mittwoch pünktlich die Fenster angeliefert – und mit ihnen betrat eine „Schar“ von Handwerkern die Baustelle! Das war großes Kino, hätte nur noch die Zeitlupenaufnahme gefehlt. Jeder Handgriff saß auf Anhieb – man merkte gleich: Die wissen genau, was sie tun. Und arbeiten so lange, bis sie fertig sind! Sehr beeindruckend waren übrigens auch die Dimensionen der Fenster. Wenn da so ein Element von zwei mal zweieinhalb Metern ins Haus getragen wird, ist das schon echt überwältigend.

Der Rest des Vormittags gehörte den klärenden Gesprächen bezüglich der Innentüren. Die Größenabweichungen hatten 2, nein 3 Gründe: Seitlich hatte sich der Türbauer tatsächlich ein bisschen verrechnet. Nun ja. Dann war uns nicht klar, dass unterschiedlich aufgemessene Höhen und Breiten „vereinheitlicht“ werden, sofern die Maße sehr dicht beieinander liegen. In den Höhen macht das ja auch optisch Sinn. Daher gab es mal größere und mal kleinere Lücken. Zudem lagen wir in der Höhe der Türen knapp über einem Maß, das einen eklatanten Preissprung bedeutet hätte, sodass uns (leider ohne vorherige Rücksprache) das etwas kleinere Maß bestellt wurde. Insgesamt also ungut verlaufen, aber wir haben uns glimpflich einigen können. Und – wir haben ja inzwischen gelernt: Am Ende ist es meist gar nicht so schlimm wie man erst meint …

Auch der Elektriker hat parallel mit seinen Arbeiten begonnen. Über das Thema Licht-Szenarien haben wir auch noch einmal ausführlich gesprochen – so kompliziert und gewöhnungsbedürftig scheint das alles gar nicht zu sein. Wir probieren es also mal aus. Ein paar klassische An-Aus-Schalter wird es ja trotzdem noch geben, an die wir uns notfalls krallen können.

Bohrungen elektro
Jede Bohrung wird ganz genau begutachtet
Bohrungen und geschlitzt wand
Die sind schonmal an der richtigen Stelle

„Ein ganz neues Haus“

Nachdem der Einbau der Fenster schon am Donnerstag fast abgeschlossen war, hatte man plötzlich einen völlig neuen Eindruck von Haus – sowohl im Innern als auch von außen. Wir konnten (und können) und gar nicht satt sehen an „unserem neuen Haus“. Und die beste Nachricht: Die Fenster passen in die vorgesehenen Öffnungen! 😉
Selbst ohne Heizung ist es schon jetzt ein bisschen „gemütlicher“ im Haus geworden. Und nun gibt es auch keine Ausflüchte mehr wie „zu zugig“ oder so. Keine? Naja, fast keine. An Fasching arbeitet wohl doch nicht jedes Gewerk, sodass es mit der Heizung erst am Aschermittwoch weitergehen wird. Helau!

Fenster nachmessen
Noch mal nachgemessen: Die Fenster scheinen genau zu passen
Bauschutt bohrungen
Fast ein kleines Kunstwerk ist entstanden - kann aber weg!

„Was uns vorher niemand gesagt hat …“

Wann immer man in seinen Planungen etwas von der Norm abweicht, sollte man seine Absichten am besten 7 oder 12 mal kundtun. Zum großen Unverständnis unseres Heizungs- und Sanitär-Installateurs möchten wir keine beheizbaren Handtuchhalter in den Bädern haben. Wir benutzen unseren jetzigen schon nicht, finden so etwas auch nicht schön (natürlich gibt es bessere und weniger ansehnliche Lösungen – die besseren habe ich in einem Callwey Buch gesehen …) – und sehen darin eher Staubfänger als Komfortbringer. Auch zum „Mal-eben-schnell-die-Wäsche-Trocknen“ möchten wir so etwas nicht im Bad hängen haben – dafür haben wir einen Wäschekeller!
Natürlich alles Ansichtssache. Da aber beheizbare Handtuchhalter absolut Standard sind in offensichtlich allen Bädern, die heutzutage geplant und gebaut werden, kann man nicht oft genug darauf hinweisen, wenn man auf sie verzichten möchte. Einmal nicht hingeguckt und schon sind sie drin! Zum Glück war es so weit noch nicht gekommen bei uns, aber vorgesehen waren sie schon vom Platz her. Wir passen auf wie ein Luchs nächste Woche!