„Scheiße muss schwimmen“

Unsere Callwey Autorin Tina Freitag hat sich an das Projekt „Hausbau“ gewagt. An dieser Stelle berichtet sie alle zwei Wochen von den Höhen und Tiefen ihres Vorhabens – mit persönlichen Eindrücken aus ihrem Bautagebuch. 

So viel also zum Thema „Kommen ab jetzt nur noch die schönen Dinge?“. Nachdem wir für kurze Zeit dachten, mit dem Estrich sei die letzte „Drecksarbeit“ erledigt, wird es nun doch nochmal richtig schmutzig: Es geht um den Hausanschluss. Und: Der Bagger ist wieder einmal angerückt. Das versetzt einen fast zurück in die Anfangsphase, denn mit dem Bagger ging schließlich auch alles los.

Bagger rückt an
Nun rückt doch noch einmal der Bagger an, um Platz zu schaffen für alle nötigen Hausanschlüsse

Bitten und Betteln

Dass der Bagger überhaupt angerückt ist, bedurfte einer frühzeitigen Anmeldung bei den Stadtwerken und sehr viel Bitten und Betteln um den Termin. Auch wenn so etwas zuweilen sehr zäh sein kann, hat die Vehemenz (wir haben auch damit gedroht, jeden Tag anzurufen) offensichtlich geholfen, sodass zumindest schon mal der Anschluss für Gas und Wasser gelegt wurden und einem Start des geplanten Aufheizprogramms für den Estrich nichts mehr im Wege stehen sollte. Eigentlich jedenfalls.

Dachgeschoss gespachtelt
Ein kleines Vorher-Nachher des Dachgeschosses zeigt ...
Dachgeschoss gestrichen
wie viel ein fertiger Anstrich ausmachen kann.

Was sonst noch passiert ist

Im Innern wurde fleißig weiter gestrichen und die Küche schon mal aufgemessen. Dabei kam zutage, dass die Wände nicht 100-prozentig im rechten Winkel zueinander stehen (scheint nicht ungewöhnlich zu sein) und dass die beiden Küchenfenster nicht exakt auf einer Höhe liegen – was uns etwas mehr verwundert, aber zum Glück auch ganz gut zu überbrücken ist. Zudem sind einige Ausführungen der Küche doch nicht so möglich, wie ursprünglich besprochen, sodass es auch hier noch ein paar Dinge zu entscheiden gab. Aber eben die schönen Dinge.
Auch der Estrichleger kam noch einmal vorbei, um eine kleine Unebenheit zu beseitigen, und bei der Gelegenheit wurden auch gleich mit dem Parkettleger ein paar letzte Fragen geklärt.

Anweisungen auf dem Boden
Ist der Estrich wirklich eben? Dann kann hier jetzt das Parkett verlegt werden.

Eine Frage der Lage

Was jetzt noch fehlt, ist der Stromanschluss (das Aufheizprogramm wird noch über den Baustrom laufen) und der fürs Internet sowie der Anschluss ans Abwasser. Um in der Wahl des Netzbetreibers unabhängig zu sein, haben wir zusätzlich zu den von der Stadt verlegten Kabeln auch einen Telekom-Anschluss beantragt – eine Geschichte für sich mit vielen Telefonaten und kontroversen Informationen.
Auch beim Thema Abwasseranschluss gilt es Einiges zu bedenken. Hier ist die Frage des Gefälles der Leitungen nicht unwesentlich, denn – im Tiefbau-Fachjargon gesprochen – „Scheiße muss schwimmen“, also das Gefälle möglichst klein bleiben. Das kommt uns entgegen, da wir mit dem Anschluss ans Abwasser nicht höher im Keller rauskommen möchten, als ohnehin schon unbedingt nötig, denn …

„Was uns vorher niemand gesagt hat …“

Es gibt Dinge, die wir unter keinen Umständen im Haus haben wollten. Um die beheizbaren Handtuchhalter sind wir ja noch einmal knapp drumherum gekommen. Und was wir auch unbedingt vermeiden wollten, ist eine Hebeanlage im Keller! Waschmaschine, Trockner und Waschbecken sollten im Hausanschlussraum auf einem Sockel positioniert werden, sodass es mit der Höhe des Ablaufs bzw. der Bedienbarkeit des Waschbeckens kein Problem geben würde. Und den Heizkessel, so wurde uns im Vorfeld versprochen, „können wir ja so hoch hängen wie wir wollen“. Nun hat sich bei der Installation aber gezeigt, dass dies doch nicht funktioniert und wir zumindest dafür eine Kondensatpumpe benötigen werden. Bravo! Können wir die noch gegen einen beheizbaren Handtuchhalter tauschen …?

Hier nicht streichenOLYMPUS DIGITAL CAMERA
Anweisungen für den Maler im Bad: Hier muss nicht gestrichen werden, da wird gefliest

 

Wie alles begann: Hier kommen Sie zur ersten Kolumne unseres Bautagebuchs „Hurra, wir bauen!“